Erlen

Die Erlen (Alnus, norddeutsch Ellern) bilden eine Gattung von Pflanzen in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). In Mitteleuropa sind drei Arten heimisch: die Grün-, Grau- und Schwarz-Erle.

Beschreibung

Wie alle Birkengewächse sind die Erlen einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Es werden an einer Pflanze die Blütenstände beider Geschlechter ausgebildet. Sie werden Kätzchen genannt. In den Kätzchen sitzen jeweils nur weibliche oder männliche Blüten. Die männlichen Blüten sitzen zu dritt und die weiblichen Blüten zu zweit in den Achseln von Tragblättern. Die Erlen sind die einzigen Laubbäume, bei denen die weiblichen Kätzchen verholzen und damit folgerichtig als Zapfen bezeichnet werden. Die Früchte sind einsamige geflügelte oder ungeflügelte Nüsse.

Erlen bilden je nach Art Borken aus oder sind als Peridermbaumarten einzustufen; so bildet Alnus glutinosa beispielsweise eine tiefrissige, grau-schwarze Borke und Alnus incana eine grau-glänzende Peridermoberfläche aus.

Verbreitung und Standort

Erlen kommen weltweit in etwa 35 Arten vor, und sind mit Ausnahme der Anden-Erle (Alnus jorullensis), die in den Anden Südamerikas heimisch ist, ausschliesslich auf der Nordhalbkugel der Erde (Europa, Asien, Nordamerika) verbreitet. Östlich des 115. Längengrads sind in Amerika allerdings keine baumartigen Erlen mehr zu finden.

Drei Arten, die Grün-, Grau- und Schwarz-Erle, sind in Mitteleuropa heimisch. Die Herzblättrige Erle (Alnus cordata) ist in Korsika und Süd-Italien verbreitet.

Die Kaukasische Erle (Alnus subcordata) findet sich im Kaukasus und Nordiran.

Mehrere Arten sind in Ostasien heimisch. Alnus firma ist auf Japan beschränkt, Alnus hirsuta kommt in Japan, Sachalin, Kamtschatka, Korea und Ostsibirien vor und die Japanische Erle (Alnus japonica) findet sich in Japan, Taiwan, Korea und der Mandschurei.

Erlen lieben Wasser, daher sind sie bevorzugt an Bachläufen und an Ufern von Seen und Flüssen zu finden.

Ökologie

Grau- und Schwarz-Erle vergesellschaftet in einem ErlenbruchErlen sind sommergrüne, also laubabwerfende, Bäume oder Sträucher. Sie bilden an ihren Wurzeln Wurzelknöllchen aus, symbiotisch mit stickstofffixierenden Aktinomyzeten (Frankia alni), ähnlich der Symbiose von Knöllchenbakterien und Leguminosen. Diese Symbiose ermöglicht den Erlen, an Stellen mit wenig Nährstoffen zu leben. Erlen können es sich deshalb leisten, ihre Blätter grün abzuwerfen; so sind Erlen oft Pionierpflanzen an Standorten, die durch natürlichen wie menschlichen Einfluss ohne Pflanzenbewuchs sind (beispielsweise sind Grün-Erlen nach Lawinen oft Pionierpflanzen). Sie bereiten anderen Pflanzen den Boden auf.

Grau- und Schwarz-Erle (A. incana und A. glutinosa) wachsen vorwiegend an Gewässerrändern oder in Feuchtgebieten. Sehr feuchte Standorte sind oft nährstoffarm; an diesen Standorten ist die Stickstofffixierung der stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der entscheidende Grund, weshalb dort ausschließlich Erlen gedeihen. Die Grau- und Schwarz-Erlen wirken oft als Uferschutz gegen Ausspülung und gelten als ökologisch wertvoll.

Die Blätter der Erle bieten zahlreichen Falter- und Schmetterlingsarten Lebensraum und Nahrung.

 
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