merkmal Hut

Die Hutform

Auf der Abbildung sind einige charakteristische Hutformen gezeichnet (Abb. 1 - 14). Der erste Gedanke ist, es wäre nicht allzuschwer, sie zu unterscheiden. Das stimmt; die Sache hat aber einen Haken. Und zwar deshalb weil ein alter Fruchtkörper ganz und gar nicht gleich aussehen muss wie ein junger. So ist es durchaus möglich, dass der Hut eines Pilzes zuerst kugelig erscheint, dann aber (sobald seine innere Hülle gerissen ist) halbkugelig, später gewölbt und dann ausgebreitet wird. Sehr alte Exemplare weisen vielleicht sogar eine niedergedrückte Mitte auf. So sollte man sich bei einer Pilzbeschreibung nicht auf ein einziges Exemplar verlassen, sondern zu Studienzwecken jeweils drei Exemplare zu pflücken: ein ganz junges, ein „mittelalterliches“ und ein sehr altes.

Die Hutgrösse

Die Grössenangaben beziehen sich normalerweise auf den Hutdurchmesser von ausgewachsenen Fruchtkörpern.

Die Hutbekleidung (Hutoberfläche)

Auch die Ausbildung der Hutoberfläche stellt ein sehr wichtiges Unterscheidungsmerkmal dar (vergleiche dazu die Abbildungen 15 - 20). Natürlich kann die Oberfläche glatt sein. Sie kann aber auch grössere oder kleinere Reste der allgemeinen Hülle aufweisen und wird dann warzig oder flockig genannt. Stammen die Unebenheiten von der (durch das Wachstum) zerrissenen Huthaut, wird der Hut als schuppig (vielleicht auch faserigschuppig oder sogar spitzschuppig ) oder auch als radialfaserig bezeichnet. Ist die Oberfläche an sich glatt, sieht man aber zwischen der in mehr oder weniger eckige Stücke zerrissenen Huthaut das darunterliegende Hutfleisch, spricht man von “ felderig zerrissen “. Häufig kann man auch konzentrische, verschiedenfarbige Kreise ausmachen; eine solche Hutoberfläche ist gezont . Bei gewissen Pilzen kommt es vor, dass sich das Regenwasser im Fleisch des Hutrandes ansammelt und diesen dunkel verfärbt; ein solcher Pilz wird als hygrophan bezeichnet. (Das deutsche Wort „wasserzügig“ braucht man praktisch nie). Und schliesslich gibt es noch bereifte Hüte, d.h. sie sind von einem sehr feinen, staubähnlichen „Reif“ überzogen wie etwa eine frische Pflaume. Berührt man diese, so verschwindet der Reif, und die Pflaume wird an der Berührungsstelle dunkelblauviolett.

Die Huthaut

Die Huthaut kann schleimig, schmierig oder trocken, filzig, wollig, behaart, papieren oder gummiartig und abziehbar sein oder letzteres nur stückweise oder gar nicht. Meist reicht sie genau bis zum Hutrand: sie kann aber auch ein bisschen „zu kurz“ sein. Ragt sie etwas über den Hutrand hinaus, bezeichnet man sie als vorstehend (siehe Abbildung 21a).

Der Hutrand

Der Hutrand kann scharf oder stumpf und im übrigen ganz verschieden ausgebildet sein; einige der Möglichkeiten findet man bei den Abbildungen 22 - 32. Der Hutrand wird als gerieft bezeichnet, wenn er mit feinen Strichen versehen ist, also aussieht, wie wenn man ihn mit einem feinen Kamm traktiert hätte (Abb. 32). Manchmal scheint der Hutrand gerieft zu sein, obwohl er tatsächlich glatt ist. Das kommt etwa vor bei sehr dünnfleischigen Pilzen, die man gegen das Licht hält. In diesem Fall bezeichnet man den Hutrand als durchscheinend gerieft .

Das Hutfleisch (Huttrama)

Um das Hutfleisch untersuchen zu können, muss man den Pilz in seiner Längsrichtung durchschneiden. Zuerst stellt man die Farbe fest und achtet besonders auf mögliche Veränderungen an der Luft. Vielleicht quillt eine farblose Flüssigkeit oder aber eine Milch heraus. Diese hat eine Farbe und kann sich auch verfärben. Die Beschaffenheit der Huttrama ist ein weiteres Merkmal; sie kann weich oder hart, faserig, knorpelig, brüchig oder elastisch, schwammig, wässerig, trocken, zäh, holzig oder korkig sein. Oft hat das Fleisch einen eigenen Geruch. Um diesen festzustellen, schnuppert man leicht daran; verbannt ist dabei natürlich jegliches Rauchen. Und schliesslich hat das Hutfleisch auch seinen Geschmack. Der Geschmack kann mild oder scharf, süss oder bitter, ja vielleicht auch kratzend sein. Zudem kann er sich sehr rasch oder nur langsam einstellen und anhaltend oder nur vorübergehend sein. Beim Prüfen des Geschmacks ist Vorsicht am Platz, und Anfängern wird davon abgeraten, wahllos Pilze zu probieren.

Übersicht und Definition

Hutformen (Abb. 1 - 14)
Hutoberfläche , Bekleidung (Abb.15 - 20)
Hutrand (Abb. 21 - 32)

  1. kugelig
  2. halbkugelig
  3. gewölbt
  4. ausgebreitet
  5. abgestumpft
  6. gebuckelt
  7. spitzgebuckelt
  8. mit Papille
  9. trichterförmig
  10. genabelt
  11. Mitte niedergedrückt
  12. kegelig
  13. glockig
  14. schirmförmig
  15. faltig-gefurcht
  16. flockig, warzig
  17. schuppig
  18. spitzschuppig
  19. felderig zerrissen
  20. gezont
  21. (l) Huthaut vorstehend (r) Lamellen vorstehend
  22. scharf
  23. stumpf
  24. eingerollt
  25. umgebogen
  26. wellig verbogen
  27. gefaltet
  28. gelappt
  29. gekerbt
  30. eingerissen
  31. gefranst
  32. gerieft        

 
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