Leotiomycetes

Die Leotiomycetes sind eine Klasse der Schlauchpilze. Sie enthält keine Flechtenbildner.

Merkmale

Morphologisch sind die Leotiomycetes sehr vielgestaltig. Ein großer Teil besitzt kleine Apothecien als Fruchtkörper mit einem freiliegenden Hymenium und inoperculaten, unitunicaten Asci, die sich mit einer apikalen Perforationspore öffnen und so die Sporen entlassen. Die Erysiphales, Myxotrichaceae und Thelebolales besitzen hingegen einfache, kleistothecische Fruchtkörper. Die Form der Fruchtkörper kann eine farbenprächtige, tischtennisball-große Kugel sein (Cyttaria), oder kleine dunkle Punkte auf Koniferen-Nadeln (Lophodermium). Die Konsistenz des Fruchtkörpers reicht von gallertartig (Bulgaria), über haarig und fleischig bis zerbrechlich (Hyaloscyphaceae). Die Erysiphales und die Thelebolales besitzen sehr kleine, geschlossene Fruchtkörper mit teilweise nur einem Ascus. Der Großteil der Arten bildet achtsporige Asci, manche Vertreter, wie Thelebolus stercoreus bilden bis zu 2000 Sporen pro Ascus.

Die Sporen sind nicht oder transversal septiert, durchscheinend (hyalin) oder pigmentiert, und in Längsrichtung leicht asymmetrisch.

Bei manchen Gruppen treten Anamorphe auf, diese können hyphomycetisch oder coelomycetisch sein.

Lebensweise

Chlorociboria aeruginascens, Helotiaceae.Die Lebensweise ist genauso vielfältig wie die Morphologie. Vielfach sind die Pilze jedoch in irgendeiner Art an Pflanzen gebunden: es gibt Pflanzenpathogene (Sclerotinia), Endophyten (Phacidium), Saprobionten, Mykorrhiza-Bildner (Hymenoscyphus), Wurzelfäule-Erreger, und auch Nematophage Pilze.

Systematik

Cyttaria darwinii, Cyttariales.Trotz ihrer großen morphologischen und ökologischen Vielfalt sind die Leotiomycetes im hier dargestellten Umfang aufgrund von DNA-Sequenz-Vergleichen gut als monophyletische Gruppe abgesichert. Die früher dazugezählten Geoglossaceae werden jedoch nicht mehr hierher gestellt. Hibbett et al. (2007) gliedern die Klasse wie folgt:

  • Ordnung Cyttariales
  • Ordnung Echte Mehltaupilze (Erysiphales)
  • Ordnung Helotiales

Die Helobiales sind eindeutig nicht monophyletisch. Die anderen Ordnungen liegen in Kladogrammen innerhalb der Helobiales. Eine Neugliederung der Helotiales, wohl eine Aufteilung in mehrere Ordnungen, steht noch aus.

  • Ordnung Rhytismatales
  • Ordnung Thelebolales

sind bis jetzt kaum in phylogenetischen Untersuchungen vertreten, Platzierung in die Klasse gilt als vorläufig. Daneben gehören auch die Myxotrichaceae und die Pseudeurotiaceae in diese Klasse.

 
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