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Champignons und Egerlinge

Die Champignons (Agaricus), auch Egerlinge oder Angerlinge genannt, sind Pilze aus der Ordnung der Blätterpilze. Champignons sind hell gefärbt, der Stiel ist deutlich beringt. Die Lamellen sind je nach Reifegrad weißlich über rosig bis dunkelbraun, die Sporen purpur bis dunkelbraun gefärbt.

Arten

In Mitteleuropa gibt es ca. 40 Arten, von denen die meisten essbar und wohlschmeckend sind. Am bekanntesten ist der Wiesenchampignon oder Feldegerling (auch „Feld-Edelpilz“ oder „Brachpilz“ genannt) mit weissem oder bräunlichem Hut.

Bei giftigen Arten wie dem Karbolegerling verfärben sich Druck- und Schnittstellen nach kurzer Zeit auffallend chromgelb. Die wenigen ungeniessbaren Arten sind schwerer zu erkennen. Von ungeübten Pilzsammlern können Champignons mit den tödlich giftigen Knollenblätterpilzen verwechselt werden, die aber immer eine Scheide an der Stielbasis haben und deren Lamellen auch bei reifen Exemplaren hell bleiben.

Ein enger Verwandter des Wiesenchampignons, der Zuchtchampignon, wird in kontrollierten Kulturräumen auf fermentiertem Pferdemist kultiviert und ist der wirtschaftlich bedeutsamste Speisepilz im Lebensmittelhandel und der Lebensmittelindustrie.

Eine äusserst bekannte Gattung mit meist fleischigen, kleinen bis riesigen Fruchtkörpern mit weisser, gelber bis brauner, selten etwas rötlicher Farbe. Die Hutoberfläche kann glatt, seidig, faserig oder fein- bis grobschuppig sein.

Die Lamellen sind frei und jung blassrosa bis rosagrau, später verfärben sie sich zunehmend schokolade- bis schwarzbraun.

Bei vielen Arten bleiben die Schneiden heller, weil darauf keine Sporen wachsen. Bei jenen mit fruchtbaren, gleichfarbigen Schneiden wird dies in der Beschreibung erwähnt (z.B. beim Wiesenchampignon, A. campestris). Das Sporenpulver ist purpurbraun. Der Stiel ist beringt, z.T. auffällig doppelt. Vereinzelt treten Champignons schon im Frühling auf, hauptsächlich aber vom Sommer bis zum Herbst.

Sie wachsen auf Erde, Mist, im Wald, z.T. in der offenen Wiese oder mitten in der Stadt aus kleinen Humusinseln. Für die weitere Bestimmung ist in erster Linie die Verfärbung der Fruchtkörper wichtig (Gilben oder Röten). Diese Unterscheidung kann aber Schwierigkeiten bereiten. Die Verfärbung gegen Rot findet im Fleisch statt, der Pilz muss also aufgeschnitten oder mindestens angekratzt werden. Gelbverfärbungen finden hingegen im Fleisch oder aussen statt. So gibt es einige Arten, die aussen gilben und im Fleisch etwas röten und so in beide Gruppen gehören. Sie werden in der Übersicht auch in beiden Gruppen aufgeführt. Eine weiteres Merkmal ist der Ring. Ist er aufsteigend oder hängend? Im Zweifelsfalle hilft es, wenn der Ring oder die Ringreste vorsichtig abgelöst werden. Nach oben abziehbar ist gleichbedeutend mit einem hängenden Ring, nach unten abziehbar mit einem aufsteigenden. Die Gattung enthält sehr gute und lohnende Speisepilze.

Zur Unterscheidung der giftigen von den bekömmlichen Arten gibt es eine Regel: Eine starke, chromgelbe Verfärbung beim Kratzen an der Stielbasis oder am Hutrand sowie Karbolgeruch weisen in die Gruppe der giftigen Karbolegerlinge.

Der Geruch ist nicht immer deutlich, bei allfälligem Kochen wird er aber sehr aufdringlich. Einige weitere unangenehm riechende Arten gelten als ungeniessbar. Die übrigen sind gut bis ausgezeichnet. Leider reichern gewisse Champignons Schwermetalle an (vor allem die gilbenden).

Deutscher Name Botanischer Name Vorkommen Speisewert
Sommeregerling Agaricus aestivalisin lichtem Nadelwald; Sommer. essbar
Langstieliger Egerling Agaricus altipes im Nadelwald; im Herbst. kein Speisepilz
Wulstlingsartiger ChampignonAgaricus amanitaeformisin Parks, auf Wiesen, auf nacktem Boden unter Bäumen; Herbst. essbar
Schmalstieliger Blutegerling Agaricus annaeim Laubwald; Sommer bis Herbst. essbar
AnischampignonAgaricus arvensisin Wiesen, Parks, seltener auch im Nadelwald; Frühling bis Herbst. essbar
Riesenegerling Agaricus augustus im Nadelwald, auch im Laubwald; Frühling bis Herbst. essbar
Weissschuppiger Blutegerling Agaricus benesii im Laub- und Nadelwald; im Herbst. essbar
Grobschuppiger Salzwiesenchampignon Agaricus bernardii auf Salzwiesen in Küstennähe, am Strassenrand. kein Speisepilz
Zuchtchampignon Agaricus bisporus in Garten, Komposthaufen; Zucht. essbar
Stadtchampignon Agaricus bitorquisam Weg- und Strassenrand, gelegentlich sogar aus Asphaltrissen, in Parks. essbar
Wurzelnder Egerling Agaricus bresadolianusvor allem bei Robinien, im Laubwald; bis im späten Herbst. kein Speisepilz
Wiesenchampignon Agaricus campestris auf Wiesen, Weiden (gedüngt); Frühling bis Herbst, besonders in trockenen Sommern. essbar
Schneehäutiger Champignon Agaricus chionoderma am Waldrand, meist im Nadelwald; Sommer. essbar
WiesenzwergchampignonAgaricus comtulus auf Wiesen; Herbst. essbar
Kupferbrauner Egerling Agaricus cupreobrunneus auf Wiesen; im Herbst. essbar
Ledergelber Egerling Agaricus depauperatusvor allem im Laubwald; im Herbst. essbar
Schiefknolliger AnisegerlingAgaricus essetteimeist im Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Schneeweisser Egerling Agaricus excellens im Wald, bei Gras unter Bäumen. essbar
Rissigschuppiger Egerling Agaricus fissuratusim Grasland in Küstennähe; Sommer bis Herbst. essbar
Dunkelfaseriger Egerling Agaricus fuscofibrillosusim Laubwald; Herbst. kein Speisepilz
Grosser Blutegerling Agaricus haemorrhoidariusim Laubwald; Herbst. essbar
Braunscheckiger Stinkegerling Agaricus impudicus in Wald, vor allem auf nackten Böden in Küstennähe; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Breitschuppiger Jodoformegerling Agaricus iodosmus im Park, Garten; Herbst. kein Speisepilz
Grosser Blutegerling Agaricus langei im Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Wollfussegerling Agaricus lanipes im Laub- und Nadelwald; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Weisshaariger Champignon Agaricus leucotrichus im Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Gelbfleckender ZwergchampignonAgaricus luteomaculatusim Laub- und Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Ockerfarbener Zwergegerling Agaricus lutosus auf Wiesen; Herbst. essbar
Grosser Anisegerling Agaricus macrocarpusin lichtem Nadelwald, auch ausserhalb; Sommer bis Herbst. essbar
Übelriechender Egerling Agaricus maleolens im Garten, Park, meist auf nacktem Boden; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Dunkelscheibiger Egerling Agaricus mediofuscusvor allem im Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Grosssporiger Sandegerling Agaricus menieri auf Sandböden in Küstennähe. kein Speisepilz
Perlhuhnegerling Agaricus moelleri unter Laubbäumen, in Parks. giftig
Kleinsporiger WiesenegerlingAgaricus moellerianusauf Wiesen, Weiden; Frühling bis Herbst, besonders in trockenen Sommern. essbar
Weissgelblicher Zwergchampignon Agaricus niveolutescens im Laubwald, am Nadelwaldrand. kein Speisepilz
Rundsporiger Egerling Agaricus nivescens in Wiesen, Parks, unter Laubbäumen; Frühling bis Herbst. essbar
Rebhuhnegerling Agaricus phaeolepidotusunter Laubbäumen, in Parks. kein Speisepilz
Gefaltetberingter Egerling garicus pilatianusim Park, Garten; Herbst. giftig
Purpurfaseriger Egerling Agaricus porphyrizon im Laub- oder Mischwald; Sommer bis Herbst. essbar
Porphyregerling Agaricus porphyrocephalusauf Wiesen; im Herbst. essbar
Falscher Wiesenchampignon Agaricus pseudopratensisauf Wiese, sandigem Boden, im Fichtenwald; Herbst. leicht giftig
PurpurzwergchampignonAgaricus purpurellus unter Nadelbäumen; Sommer bis Herbst. essbar
Wurzelnder Egerling Agaricus romagnesiiin Wiesen, in Gärten unter Bäumen. kein Speisepilz, evtl. giftig
Weinrötlicher Zwergchampignon Agaricus semotus vor allem im Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Waldegerling Agaricus silvaticus im Nadelwald. essbar
Dünnfleischiger Anischampignon Agaricus silvicola im Wald; Sommer bis Herbst. essbar
Gedrungener Egerling Agaricus spissicaulis auf Wiesen, vor allem in Küstennähe; Sommer bis Herbst. essbar
Feinschuppiger Egerling Agaricus squamuliferin Hexenringen in Wald und Wiese; Sommer bis Herbst. essbar
Strohgelber Egerling Agaricus stramineus auf Wiesen, oft im Hexenring; Sommer bis Herbst. essbar
Flockiger Egerling Agaricus subfloccosus im Nadelwald (vor allem in höheren Lagen). essbar
Gegürtelter Champignon Agaricus subperonatusim Garten, auf Kompost, auf Schuttplätzen; Frühjahr bis Sommer. essbar
Schwefelgelber Anisegerling Agaricus tenuivolvatusim Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Grosssporiger Riesenchampignon Agaricus urinascens auf Weiden, Waldwiesen; Sommer bis Herbst. essbar
Kompostegerling Agaricus vaporarius im Park, Garten, auf Kompost; Sommer bis Herbst. jung essbar
Karbolchampignon Agaricus xanthodermusim Wald, Park, auf Wiesen. giftig
Gelbschuppiger SatinegerlingAgaricus xantholepis vorwiegend im Nadelwald; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
 
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