Rötelritterlinge (Lepista)

oder Röteltrichterlinge (Lepista) sind meist mittelgrosse bis grosse, fleischige Pilze aus der Ordnung der Blätterpilze, die vor allem im Herbst recht zahlreich erscheinen. Sie stehen vom Habitus her zwischen Ritterlingen und Trichterlingen. In Mitteleuropa sind etwa 15 Arten anzutreffen. Auffällig ist bei ihnen die Bildung von zum Teil recht grossen Hexenringen. Sie bilden keine mykorrhiza.

Beschreibung

Die Hutform ist gewölbt bis ausgebreitet bis trichterförmig, die Oberfläche des Hutes ist glatt. Die Farbe des Hutes oder des Pilzes reicht von violett, bläulich, grau bis fleischbraun.

Stiel und Hut sind sehr fleischig.

Die Lamellen sind entweder ausgebuchtete (Rötelritterlinge) oder herablaufend (Röteltrichterlinge). Sie sind leicht ablösbar (wichtiges Erkennungsmerkmal!).

Die einzelnen Arten haben oft einen typischen Geruch, der Geschmack ist oft mit einer süsslichen Komponente verbunden.

Die Sporenfarbe ist rosa, cremegelb, seltener weisslich.

Mikroskopische Merkmale

  • ohne Zystiden
  • Hyphen mit Schnallen
  • Die Sporen sind leicht warzig, cyanophil, nicht amyloid.

Vorkommen

Als Saprobiont wachsen sie gerne in Laub- und Nadelstreu oder im Gras, immer auf dem Erdboden und niemals auf unzersetztem Holz.

Bekannte Arten

Deutscher Name Botanischer Name Vorkommen Speisewert
Fuchsiger Rötelritterling Lepista flaccida im Laub- und vor allem Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Wasserfleckiger Rötelritterling Lepista flaccida forma gilva im Laub- und vor allem Nadelwald; Sommer bis Herbst. essbar
Veilchenwurz Rötelritterling Lepista irina im Laub- und Nadelwald, Garten, Park, oft im Hexenring; Herbst. essbar
Violetter Rötelritterling Lepista nuda im Laub- und Nadelwald, Garten (Kompost), am Wegrand, oft im Hexenring; Spätsommer bis Spätherbst. essbar
Lilastiel Rötelritterling Lepista saeva im Laub- und Nadelwald, Garten (Kompost), am Wegrand, oft im Hexenring; Spätsommer bis Spätherbst. essbar
Schmutziger RötelritterlingLepista sordida im Laub- und Nadelwald, Garten (Kompost), am Wegrand, oft im Hexenring; Spätsommer bis Spätherbst. essbar
Lavendelfarbener Rötelritterling Lepista nuda var. glaucocana im Laub- und Nadelwald, Garten (Kompost), am Wegrand, oft im Hexenring; Spätsommer bis Spätherbst. essbar
Marmorierter Rötelritterling Lepista panaeolus am Waldrand, in Lichtungen, Wiesen, oft im Hexenring; Sommer bis Herbst. essbar
Scharfer Rötelritterling Lepista ricekii im Nadelwald, seltener im Laubwald; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Runzeliger Nabelrötling Entoloma rugosum an grasigen Stellen bei Steineichen; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Buescheliger Rötelritterling Lepista caespitosa im Nadelwald, seltener im Laubwald; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Rickens Rötelritterling Lepista rickenii am Waldrand, in Lichtungen, Wiesen, oft im Hexenring; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Rissiger Tellerling Rhodocybe caelata auf sandigem Boden, in Heide, Nadelwald. kein Speisepilz
Weisser Tellerling Rhodocybe fallax im Laub- und Nadelwald. kein Speisepilz
Würziger Tellerling Rhodocybe gemina im Laub- und Nadelwald. kein Speisepilz
Glänzender Tellerling Rhodocybe hirneola in sandigem Nadelwald, Mischwald, am Wegrand, im Moor. kein Speisepilz
Fleckender Tellerling Rhodocybe mundula im Laubwald, seltener im Nadelwald. kein Speisepilz
Gelbfuchsiger Tellerling Rhodocybe nitellina im Laub- und Nadelwald. kein Speisepilz
Dunkelgrauer Tellerling Rhodocybe obscura im Nadelwald auf Kalkboden. kein Speisepilz
Flockiger Tellerling Rhodocybe parilis zwischen Gras. kein Speisepilz
Bereifter Tellerling Rhodocybe popinalis in Wiese, Weide, Küstennähe. kein Speisepilz
Knollfüssiger Tellerling Rhodocybe stangliana im Fichtenwald, evtl. auch an anderen Standorten. kein Speisepilz

Verwechslungsgefahr

Giftpilze sind unter den Rötelritterlingen nicht bekannt. Es besteht aber Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten anderer Gattungen, wie dem Wohlriechenden Trichterling und dem Tigerritterling.

Die Rötelritterlinge können vor allem mit ähnlichen Trichterlingen oder Ritterlingen verwechselt werden. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal sind die bei den Rötelritterlingen oder Röteltrichterlingen leicht vom Hut lösbaren Lamellen und das oft rosa gefärbte Sporenpulver.

Ähnlich sind auch die Tellerlinge, Bitterlinge (Rhodocybe). Diese sind wesentlich seltener und meist kleiner im Wuchs. Sie haben meist einen mehligen Geruch und bitteren Geschmack und gehören in die Familie Rötlingsartige (Entolomataceae). Damit haben sie ein deutlich rosa bis rotes Sporenpulver.

 
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