Risspilze (Inocybe)

Kleine bis mittelgrosse Pilze mit meist kegeligem, später gebuckeltem Hut und lange eingebogenem oder etwas nach unten geknicktem Rand. Die Oberfläche ist meist faserig, oft rissig und zum Teil deutlich schuppig. Die Farbe ist weiss, ocker bis braun, bisweilen mit blaugrünen Beimischungen. Die schmal angehefteten bis breit angewachsenen, immer ausgerandeten bis ausgebuchteten Lamellen sind anfangs blass, oft fast trügerisch weisslich. Später werden sie stets mehr oder weniger graubraun mit verschiedenen Beitönen (gelb, oliv). Das Sporenpulver ist ocker-, schmutzig-, grau- oder tabakbraun. Der Stiel vieler Risspilze ist teilweise oder ganz bereift, in blassbraunem, manchmal fleischbräunlichem Farbton, die Stielbasis ist häufig knollig verdickt und weisslich gefärbt. Teilweise ist die Knolle gerandet. In der ganzen Gattung gibt es eine ausgesprochene Vielfalt an Gerüchen. Dazu gehören z.B. der Geruch nach Bittermandeln, Jasmin, überreifen Birnen, Geranienblättern, Pferdeurin, Sperma, Erde oder moderigem Weinfass. Einige Risspilze wachsen schon im Frühling, die meisten jedoch vom Sommer bis zum Herbst in Wäldern, Wiesen, Mooren, alpiner Lage, als seltene Ausnahme auch auf Holz. Es werden über 150 verschiedene Risspilze beschrieben. Die meisten davon können ohne Mikroskop nicht bestimmt werden. Trotzdem lassen sie sich in einige Gruppen mit ausgeprägten Merkmalen zusammenfassen, so dass sich mit der folgenden Übersicht erstaunlich viele Risspilze einordnen lassen. Auf der linken Seite sind Arten mit zylindrischem, an der Basis kaum verdicktem Stiel aufgelistet. Sie sind weiter unterteilt in Hüte mit abstehenden, deutlichen Schuppen und solche mit mehr oder weniger kahler, faseriger bis angedrückt-schuppiger Oberfläche. Auf der rechten Seite finden sich Arten mit deutlicher, gerandet-knolliger oder zumindest abrupt verdickter Basis. Auffälliger Geruch, rötendes Fleisch, ganz oder nur teilweise bereifter Stiel sowie verschiedene Farbtöne sind auf beiden Seiten wesentliche weitere Hinweise. Die Gattung enthält keine Speisepilze, wohl aber sehr viele Giftpilze. Gefürchtet und oft erwähnt ist der im Frühling erscheinende Ziegelrote Risspilz (I. erubescens), der sehr ernste bis tödliche Vergiftungen hervorrufen kann. Beim Wirkstoff handelt es sich hauptsächlich um Muskarin. Wenige blaugrün verfärbende Arten (I. corydalina, I. haemacta, I. aeruginascens) enthalten dieselben halluzinogen wirkenden Stoffe wie viele Hautköpfe (Psilocybe).

Deutscher Name Botanischer Name Vorkommen Speisewert
Ziegelroter Risspilz Inocybe erubescens im Park, Wald, bei Laubbäumen; vorwiegend im Frühjahr bis Frühsommer. giftig
Spitzer Risspilz Inocybe acuta im Wald, am Wegrand. giftig
Weinrötlicher Risspilz Inocybe adaequata im Laubwald, Park, auf kalkreichem Boden; Frühsommer bis Herbst. kein Speisepilz
Grünender Risspilz Inocybe aeruginascens bei Laubbäumen, im Gras in Parks, vom Frühjahr bis Herbst. giftig
Feinschuppiger Risspilz Inocybe agardhii auf kalkreichem Boden, vorwiegend im Nadelwald; Herbst. kein Speisepilz
Anhängsel-Risspilz Inocybe appendiculata am Wegrand, im Wald; Sommer bis Herbst. giftig
Rundknolliger Risspilz Inocybe assimilata auf saurem Boden, vorwiegend bei Nadelbäumen; Sommer bis Spätherbst. giftig
Sternsporiger Risspilz Inocybe asterospora auf kalkreichem Boden, vor allem bei Laubbäumen; Sommer bis Herbst. giftig
Duftender Risspilz Inocybe bongardii im Laubwald, vorwiegend bei Buche; Sommer bis Herbst. giftig
Rötlichfuchsiger Risspilz Inocybe bresadolae bei Laubbäumen, auf grasigem Boden; vorwiegend im Sommer. kein Speisepilz
Blaufüssiger Risspilz Inocybe calamistrata vorwiegend auf nassem, moorigem Boden, bei Nadelbäumen oder Birken; Sommer bis Herbst. giftig
Eckigknolliger Risspilz Inocybe calida bei Laubbäumen; vor allem im Sommer. giftig
Struppeliger Risspilz Inocybe capucina bei Laubbäumen, auf grasigem Boden; vorwiegend im Sommer. kein Speisepilz
Hirschbrauner Risspilz Inocybe cervicolor vorwiegend im Nadelwald auf kalkreichem Boden. giftig
Braunvioletter Risspilz Inocybe cincinnata vorwiegend bei Laubbäumen, seltener bei Nadelbäumen, in Parks, auf Brandstellen. giftig
Weisslicher Risspilz Inocybe commixta im Nadelwald, am Wegrand; Sommer bis Herbst. giftig
Knolliger Risspilz Inocybe cookei im Wald, Park, am Wegrand, auf kalkreichem Boden; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Grüngebuckelter Risspilz Inocybe corydalina vorwiegend im Laubwald; Sommer bis Herbst. giftig
Dickfüssiger Risspilz Inocybe curvipes bei Laubbäumen, bis in höhere Lagen. kein Speisepilz
Graubrauner Risspilz Inocybe decipiens im Auenwald, auf feuchtem, grasigem Boden; Sommer bis Herbst. giftverdächtig
Bittersüsser Risspilz Inocybe dulcamara im Laub- und Nadelwald, Park, am Wegrand; Sommer bis Herbst. giftig
Dünenrisspilz Inocybe dunensis auf sandigem Boden, in Dünen, bei Weiden (Salix). giftig
Weisser Risspilz Inocybe fibrosa im Nadelwald, auf kalkreichem Boden. giftig
Strohweisser Risspilz Inocybe fibrosoides im Nadelwald, auf kalkreichem Boden. giftig
Flockiger Risspilz Inocybe flocculosa auf kalkreichem Boden, im Wald, am Wegrand; Sommer bis Spätherbst. giftig
Birnenrisspilz Inocybe fraudans im Laub- und Nadelwald; Sommer bis Spätherbst. kein Speisepilz
Braunstreifiger Risspilz Inocybe fuscidula im Nadelwald, seltener im Laubwald; Sommer bis Herbst. giftig
Braunrandiger Risspilz Inocybe fuscomarginata auf kalkreichem, feuchtem Boden, am Wegrand; Sommer bis Herbst. giftig
Seidiger Risspilz Inocybe geophylla im Nadelwald, seltener auch im Laubwald, am Wegrand; Spätsommer bis Herbst. giftig
Geranienrisspilz Inocybe geraniodora im subalpinen Wald, alpin bei Zwergstrauchheide. giftig
Starrstieliger Risspilz Inocybe glabrescens im Nadelwald, am Wegrand, auf kalkreichem Boden; Herbst. giftig
Rötender Risspilz Inocybe godeyi bei Laubbäumen, auf kalkreichem Boden; Frühsommer bis Herbst. giftig
Höckersporiger Risspilz Inocybe grammata bei Laub- und Nadelbäumen, am Wegrand, auf sandigem, kalkhaltigem Boden; vorwiegend im Sommer, evtl. im Herbst. giftig
Grauvioletter Risspilz Inocybe griseolilacina im Laubwald, in Parks bei Laubbäumen; Sommer bis Herbst. giftig
Grünroter Risspilz Inocybe haemacta im Laubwald, Park; Herbst. giftig
Bittermandelrisspilz Inocybe hirtella im Wald, am Waldrand; Spätsommer bis Herbst. kein Speisepilz
Falscher Bittermandel-Risspilz Inocybe hirtelloides im Wald, am Waldrand; Spätsommer bis Herbst. kein Speisepilz
Kleinwüchsiger Risspilz Inocybe humilis im Gebirgsnadelwald oder bei Zwergstrauchheide in der alpinen Zone. giftig
Sparriger Risspilz Inocybe hystrix im Laub- und Nadelwald, auf kalkreichem Boden. giftig
Spindelsporiger Risspilz Inocybe lacera vorwiegend im Nadelwald auf sandigem, kalkarmem Boden, bisweilen auch im Moor, auf Brandstellen oder bei Laubbäumen; Sommer bis Herbst. giftig
Wolliger Risspilz Inocybe lanuginosa bei Nadelbäumen, bei oder auf vermodertem Holz, im Moor; Sommer bis Herbst. giftig
Dünnwandzystiden-Risspilz Inocybe leptocystis an feuchten Stellen, im Moor, bei Moos, Erlen in höheren Lagen. giftig
Gefleckter Risspilz Inocybe maculata im Laubwald, Park, am Wegrand; Sommer bis Herbst. giftig
Silberwurz Risspilz Inocybe maculipes bei alpiner Zwergstrauchheide. giftig
Graubeigeblättriger Risspilz Inocybe margaritispora auf kalkreichem Boden, in Parks, Auenwäldern; Sommer bis Herbst. giftig
Gerandetknolliger Risspilz Inocybe mixtilis vorwiegend bei Nadelbäumen, auf kalkhaltigem Boden; Frühsommer bis Herbst. giftig
Rübenstieliger Risspilz Inocybe napipes auf saurem, moorigem Boden, oft bei Torfmoos (Sphagnum). giftig
Früher Risspilz Inocybe nitidiuscula auf kalkreichem Boden, im Nadelwald, seltener im Laubwald; Frühsommer bis Spätherbst. giftig
Ansehnlicher Risspilz Inocybe oblectabilis auf saurem Boden, vorwiegend bei Nadelbäumen; Sommer bis Spätherbst. kein Speisepilz
Gebirgsrisspilz Inocybe oreina bei alpiner Zwergstrauchheide. kein Speisepilz
Schmieriger Risspilz Inocybe paludinella im Nadelwald, am Wegrand; Sommer bis Herbst. giftig
Pelargonienrisspilz Inocybe pelargonium vorwiegend im Fichtenwald, seltener im Laubwald, auf kalkreichem Boden; Sommer bis Herbst. giftig
Falber Risspilz Inocybe posterula im Nadelwald, seltener im Laubwald; Sommer bis Herbst. giftig
Zapfensporiger Risspilz Inocybe praetervisa bei Laub- und Nadelbäumen, auf kalkreichem Boden; Frühsommer bis Herbst. giftig
Falscher Höckersporrisspilz Inocybe pseudohiulca vorwiegend bei Fichten in höheren Lagen. kein Speisepilz
Radialrissiger Risspilz Inocybe pusio im Laubwald, in Parks bei Laubbäumen; Sommer bis Herbst. giftig
Weisstannen Frühlingsrisspilz Inocybe queletii im Nadelwald, vorwiegend bei Weisstannen, im Frühjahr und im Herbst. giftig
Gelbblättriger Risspilz Inocybe relicina im moorigen Fichtenwald; Sommer bis Herbst. kein Speisepilz
Kegeliger Risspilz Inocybe rimosa in Wäldern, Parks, Wiesen; Frühsommer bis Spätherbst. giftig
Weidenrisspilz Inocybe salicis an sumpfigen Stellen unter Weiden. kein Speisepilz
Fliederweisser Risspilz Inocybe sambucina bei Laub- und Nadelbäumen, oft auf sandigem Boden; Spätsommer bis Herbst. giftig
Wollfädiger Risspilz Inocybe sindonia im Laub- und Nadelwald; Sommer bis Spätherbst. giftig
Klebriger Risspilz Inocybe splendens bei Laubbäumen, im Park, am Wegrand, selten bei Nadelbäumen; Sommer bis Herbst. giftig
Dunkelschuppiger Risspilz Inocybe squamata bei Laubbäumen, am Wegrand, im Park; Sommer bis Herbst. giftig
Schuppiger Zwergrisspilz Inocybe squarrosa auf schlammigem Boden unter Weiden. kein Speisepilz
Auwaldrisspilz Inocybe tabacina in Auenwäldern; Sommer bis Herbst. giftig
Schwarzfüssiger Risspilz Inocybe tenebrosa auf kalkhaltigem Boden, vorwiegend bei Laubbäumen, am Wegrand; Herbst. giftig
Schuppenstieliger Risspilz Inocybe terrigena auf kalkreichem Boden, vorwiegend im Nadelwald; Herbst. giftig
Weissrosa Risspilz Inocybe whitei im Laub- und Nadelwald, auf kalkreichem Boden; Sommer bis Herbst. giftig
Dunkelstieliger Risspilz Inocybe xanthomelas auf kalkhaltigem Boden, vorwiegend bei Laubbäumen, am Wegrand; Herbst. giftig
 
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