Schleimköpfe (Cortinarius subgenus Phlegmacium)

Die Untergattung der Schleimköpfe (Phlegmacium) wird aufgrund der Stielform in zwei Gruppen unterteilt. Neben den eigentlichen Schleimköpfen umfasst die Untergattung - nach den meisten Autoren - auch die ehemalige Untergattung der Klumpfüsse (Bulbopodium). Die Pilze aus beiden Gruppen gehören zu der Gattung Haarschleierlinge (Cortinarius).

Es handelt sich um mittlere bis sehr grosse Arten. Wichtigste makroskopische Merkmale sind bei den Schleimköpfen der trockene Stiel und die meist schleimige Hutoberfläche; die Klumpfüsse besitzen am unteren Stielende zudem meist eine stark ausgeprägte, oftmals deutlich gerandete Knolle.

Wenn sich die Hüte der Pilze öffnen ist zwischen Stiel und Hutrand der charakteristische Haarschleier, die Cortina, zu erkennen. Bei zunehmender Fruchtkörperentwicklung bleibt von der Cortina nur ein kragenartiger Rest am oberen Stielteil zurück, der von den herabfallenden Sporen deutlich rostbraun gefärbt wird. Das Velum - eine Hülle, die ganz junge Fruchtkörper vollständig umschliesst - hinterlässt auf dem Hut, am Hutrand und am unteren Stielteil oftmals typische Reste.

Beschreibung

Der Hut ist bei feuchtem Wetter schmierig oder wenn der Hut trocken scheint, dann ist er mit braunen oder violettlichen Farben und das Fleisch reagiert mit Lauge mit gelber bis gelbbrauner Farbreaktion. Die Phlegmacien treten oft mit lebhaften Farben, (blau, rot, gelb, grün, braun, weisslich etc.) auf. Der Hut erreicht 3–20 cm, ist sehr fleischig, und in ausgewachsenem Zustand mehr oder weniger aufgeschirmt. Stets mit Schleier (Cortina), in frühen Entwicklungsstadien existiert stets ein Velum universale (nie verschleimend!), später schwindend. Der Stiel ist trocken, mehr oder weniger gleichmässig dick, keulig oder mit knolliger bis gerandet-knolliger Basis. Die Oberfläche des Stiels ist glatt bis seidig-faserig, seltener genattert bis schuppig-gegürtelt. Bei jüngeren Pilzen gibt es je nach Art unterschiedlich gefärbte Lamellen. Das Spektrum reicht von blass tonfarben, gelb, gelbgrün sowie lila, graublau oder blauviolett bis violett gefärbte Lamellen. Die reifen, ausgebuchtet angewachsenen Lamellen werden durch das rostbraune Sporenpulver ebenfalls ocker- bis rostbraun gefärbt.

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind meist warzig, mandel- bis zitronenförmig, seltener spindelig oder rundlich. Zystiden treten selten auf.

Vorkommen

Die Schleimköpfe wachsen vorwiegend im Herbst und wie alle Schleierlinge stets auf Erde, aber immer in Verbindung mit Bäumen, da sie obligate Mykorrhiza-Pilze sind.

Speisewert

Wer eine sichere Bestimmung vornehmen kann, findet in dieser Gruppe neben äusserst giftigen und vielen ungeniessbaren sowie Arten mit verdächtigem Speisewert auch einige ergiebige Speisepilze. So auch den einzigen in der Schweiz als Marktpilz zugelassenen Haarschleierling, die Schleiereule (C. praestans).

Systematik

Wegen der Stielform wird die Untergattung in zwei grössere Gruppen eingeteilt, in Schleimköpfe und Klumpfüsse. Die Schleimköpfe haben einen zylindrischen bis keulig verdickten Stiel, die Klumpfüsse besitzen ein knollige, zum Teil auch eine gerandet knollige Stielbasis.

Für die weitere makroskopische Bestimmung der Art ist die Farbe von Lamellen und Haarschleier an jungen Fruchtkörpern von grosser Bedeutung. Zur weiteren Unterscheidung werden Hut- und Stielfarbe, Oberfläche von Hut und Stiel, Farbänderungen des Fleisches oder der Huthaut bei Kontakt mit Laugen herangezogen. Auch der Kontakt zu bestimmten Bäumen hilft bei der Unterscheidung der Arten.

Schleimköpfe (Phlegmacium)

  • Sektion: Elastici → Bitterer Schleimkopf (Cortinarius infractus)
  • Sektion: Phlegmacium → Weissgestiefelter Schleimkopf (Cortinarius claricolor)
  • Sektion: Triumphantes → Gelbgestiefelter Schleimkopf (Cortinarius triumphans)
  • Sektion: Percomes → Würziger Schleimkopf (Cortinarius percomis)
  • Sektion: Variecolores → Schleiereule (Cortinarius praestans)

Klumpfüsse (Bulbopodium)

  • Sektion: Leucophylli → Sägeblättriger Klumpfuss (Cortinarius multiformis)
  • Sektion: Virentophylli → Violettroter Klumpfuss (Cortinarius rufoolivaceus)
  • Sektion: Xanthophylli → Prächtiger Klumpfuss (Cortinarius elegantissimus)
  • Sektion: Cyanophylli → Purpurfleckender Klumpfuss (Cortinarius purpurascens)
 
/home/www/web252/html/pilzwiki/data/pages/pilzbestimmung/staenderpilze/klasse_agaricomycetes/01_unterklasse_hutpilze/ordnung_blaetterpilze/schleierlingsartige/schleimkoepfe.txt · Zuletzt geändert: 2014/07/04 13:51 (Externe Bearbeitung)     Nach oben