Filzröhrlinge (Xerocomus)

Merkmale

Die meist trockene, filzige Huthaut gibt der Gattung den Namen. Das griechische Wort xeròs bedeutet trocken, kòme Haarschopf, also etwa «Trockenschopf». Diese Bezeichnung trifft meistens, aber nicht immer zu. Im Alter und bei feuchter Witterung können einige Arten durchaus klebrig-schmierig werden. Die Pilze sind von mittlerer Grösse und erreichen nicht die riesigen Ausmasse von grossen Dickröhrlingen.

Die Filzröhrlinge bilden mittelgrosse Fruchtkörper vom Röhrlingstypus. Die Stiele sind trocken, schlank und häufig gegen die Stielbasis hin verjüngt, in seltenen Fällen auch knollen- oder keulenförmig. Der Stiel kann mit einem Netz bedeckt sein, Reste eines Velum sind nicht vorhanden. Der Hut ist trocken und samtig bis feinfilzig, es gibt auch Arten mit (im feuchten Zustand) mehr oder weniger klebrigem oder schmierigem Hut. Die Hutfarbe ist vorwiegend gelbbraun bis rotbraun, selten sind Orangetöne oder sattes Blutrot. Die Röhren sind ausgebuchtet angewachsen bis etwas herablaufend, die Mündungen sind gelb bis etwas grüngelb, die Röhren sind relativ weit. Das von manchen Autoren in die Gattung einbezogene Goldblatt (Phylloporus rhodoxanthus) hat ein lamellenförmiges Hymenium mit zahlreichen Anastomosen (Querverbindungen).

Ökologie

Die Filzröhrlinge sind in der Regel Mykorrhizapilze, die mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen in Symbiose vorkommen, viele Arten können mit verschiedenen Baumarten zusammenleben. Einige Arten können fakultativ vollständig als Saprobionten leben. Der Schmarotzerröhrling wird meist als Schmarotzer auf Kartoffelbovisten betrachtet, es gibt jedoch auch Hinweise darauf, dass es sich um eine gemeinsame Mykorrhiza handelt.

Systematik

Wie in sehr vielen Pilzgruppen ist auch die Abgrenzung von Gattungen und Arten, sowie deren systematische Stellung innerhalb der Röhrlinge umstritten. In einem grossen Teil der Pilzliteratur werden die Filzröhrlinge als eigenständige Gattung betrachtet. Daneben gibt es Autoren, die die Filzröhrlinge nur als Untergattung der Dickröhrlinge (Boletus) betrachten. Demgegenüber steht die Auffassung von M. Noordeloos et al., die eine Auftrennung der Gattung Xerocomus in drei bis vier eigenständige Gruppen vorschlagen, die unter Umständen eigenständige Gattungen darstellen:

Xerocomus im eigentlichen Sinne, die die Ziegenlippe (X. chrysenteron) und nahe verwandte Formen, sowie das Goldblatt (Phylloporus) umfasst Paraxerocomus, mit den Arten um den Rotfussröhrling (Boletus chrysenteron) Pseudoboletus, den Schmarotzerröhrling (Pseudoboletus parasiticus) eine weitere Gruppe um den Maronenröhrling (Xerocomus badius) Die Abtrennung des Schmarotzerröhrlings und des Goldblattes als eigenständige Gattungen kann in der Literatur verbreitet gefunden werden.

Deutscher Name Botanischer Name Vorkommen Speisewert
MaronenröhrlingXerocomus badius in allen Lagen essbar
Ziegenlippe Xerocomus subtomentosus im Laub- und Nadelwald essbar
Dünnstieliger Rotfussröhrling Xerocomus truncatus unter Laubbäumen, vor allem Eichen essbar
Echter Rotfussröhrling Xerocomus chrysenteron im Laub- und Nadelwald essbar
Löwengelber Röhrling Xerocomus leonis vor allem bei Eichen oder Edelkastanien essbar
Schmarotzerröhrling Xerocomus parasiticus nur auf Kartoffelbovisten parasitierend essbar
Aprikosenfarbiger Filzröhrling Xerocomus armeniacusvor allem bei Eichen oder Edelkastanienkein Speisepilz
Stattlicher Rotfuss-Röhrling Xerocomus pruinatus im Laub- und Nadelwald kein Speisepilz
Mährischer Filzröhrling Xerocomus moravicus vor allem bei Eichen oder Edelkastanien. kein Speisepilz
Blutroter Filzröhrling Xerocomus rubellus im Laubwald, in Gärten und Parks. kein Speisepilz
 
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