Raufussröhrlinge (Leccinum)

Die Raufussröhrlinge (Leccinum), Raufüsse oder Raustielröhrlinge sind eine Gattung aus der Familie der Röhrlinge (Boletaceae).

Merkmale

Die Raufussröhrlinge sind mittlere bis grosse Röhrlinge, meist lang halbkugelig bleibend und mit rauschuppigem oder –flockigem Stiel. Die Hüte sind hauptsächlich orange bis orangebraun oder grau bis graubraun getönt, oft mit feinfilziger Oberfläche. Auch weissliche und gelbliche Hutfarben sind möglich. Die Röhren sind mindestens leicht, in der Regel tief ausgebuchtet bis aufsteigend angewachsen oder fast frei. Junge Exemplare haben bisweilen etwas bauchige Stiele, später herrschen relativ lange, zylindrische bis leicht keulige Formen vor. Der Geruch ist unauffällig, bisweilen schwach pilzig, der Geschmack mild, höchstens leicht säuerlich. Beim Anschneiden oder Brechen zeigt das Trama vieler Arten rote, rosa, blaue, grüne oder schwarze Verfärbungen. Das Sporenpulver ist gelbolivlich bis bräunlich gefärbt, die Sporen sind länglich-spindelig und glatt.

Ökologie

Die Raufussröhrlinge sind Mykorrhizapilze, die teilweise eng an bestimmte Baumarten gebunden sind. Die Arten sind holarktisch verbreitet, aus den Tropen sind nur wenige Arten bekannt.

Systematik

Die genaue Artenzahl der Gattung ist umstritten, da die Abgrenzung der Arten teilweise schwierig ist. Weltweit umfasst die Gattung etwa 50 Arten, von denen etwa 20 in Mitteleuropa vorkommen. Unterschieden werden die Gruppen der Rotkappen und der Birkenpilze, wobei die Merkmale zur Zuordnung nicht immer auf alle Arten der jeweiligen Gruppe zutreffen. Die Rotkappen zeigen meist eine dunkelgraue, schwarzvioletteoder schwarze Verfärbung des Fleisches bei Verletzungen, wobei eine rosa-oder lachsfarbene Zwischenverfärbung vorhanden sein kann. Die Huthaut der Rotkappen hängt meist einige mm über den Hutrand. Arten dieser Gruppe sind mit verschiedenen Baumarten assoziiert. Die Fruchtkörper der Rotkappen sind meist kräftig, robuster, dickfleischiger und -stieliger als die Birkenpilze. Die Gruppe der Birkenpilze umfasst meist weiss- bis braunhütige Arten, deren Huthaut nicht über den Hutrand hinausgeht. Die Trama verfärbt nach Anschneiden nicht dunkel, sondern ist unveränderlich oder verfärbt sich nur rosa oder rötlich. Die Arten dieser Gruppe sind meist mit Birkenarten assoziiert.

Bedeutung

Alle Raufussröhrlinge sind essbar, sind aber zum grossen Teil selten oder ohne besonderen Wert. Einige Arten sing geschätzte Speisepilze.

Wichtige Arten

Deutscher Name Botanischer Name Vorkommen Speisewert
Moorbirkenpilz Leccinum holopus bei Birken essbar
EspenrotkappeLeccinum aurantiacum vor allem bei Zitterpappeln (Espen). essbar
Hainbuchenröhrling Leccinum grisum im Laubwald, vor allem bei Hainbuchen; Frühsommer bis Herbst. essbar
Zistrosen-Raustielröhrling Leccinum corsicum unter Steineichen im Mittelmeerraum. kein Speisepilz
Gelbporiger Raustielröhrling Leccinum crocipodium im Laubwald, vor allem bei Eichen, wärmeliebend. kein Speisepilz
Brauner Pappel-Raustielröhrling Leccinum duriusculum bei Pappeln (vor allem Zitterpappel). essbar
Gefleckthütiger Birkenpilz Leccinum onychinum vor allem bei Fichten. essbar
Rötender Birkenpilz Leccinum oxydabile bei Birken. essbar
EichenrotkappeLeccinum quercinum im Laubwald, vor allem bei Eichen, wärmeliebend. essbar
BirkenpilzLeccinum scabrum bei Birken in Wald, Heide, Moor. essbar
Verschiedenfarbiger Raustielröhrling Leccinum variicolor bei Birken. essbar
BirkenrotkappeLeccinum versipelle bei Birken. essbar
Kiefernrotkappe Leccinum vulpinum bei zweinadeligen Kiefern. essbar
 
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