Leistlingsartige

Die Leistlingsartigen (Cantharellaceae) sind eine Pilzfamilie aus der Ordnung der Leistenpilze (Cantharellales).

Merkmale

Die Leistlingsartigen bilden aufrechte, häufig trichterförmige Fruchtkörper mit Hut und zentralem oder seitlichen Stiel. Die Fruchtkörper sind weich bis etwas ledrig. Das Hymenium ist glatt bis faltig. Charakteristisch für die Leistlingsartigen ist das Vorhandensein von Carotinoiden. Alle Angehörigen der Gattung sind mit Bäumen symbiotisch lebende Mykorrhizapilze.

Pilze mittlerer Grösse mit unregelmässiger, wellig verbogener Hutform. Oberfläche glatt oder feinschuppig, samtig in den Farben Gelb, Orange, Violett, Braun, Graubraun, Schwarzbraun und Weisslich. Die Hutunterseite (oder Aussenseite) ist leistenförmig, d.h. höchstens 2–3 mm breit, dicklich, gegabelt, aderig, oder auch nur runzelig bis fast flach. Der Stiel ist zentral bis exzentrisch oder kaum erkennbar. Das Fleisch ist meist fest, elastisch oder häutig, zäh.

Gattungen

Die Leistlingsartigen sind in Europa mit drei Gattungen vertreten:

Gattung Cantharellus

Cantharellus (Leistlinge)

Die Gattung Cantharellus umfasst weltweit etwa fünfzig Arten, je nach Artauffassung kommen davon 7-8 in der Schweiz vor.

Gattung Craterellus

Die Totentrompete oder Herbsttrompete (Craterellus cornucopioides) ist die einzige in der Schweiz vorkommende Art der Gattung Kraterellen (Craterellus) aus der Familie der Leistlingsartigen (Cantharellaceae).

Gattung Pseudocraterellus

Die Krause Kraterelle (Pseudocraterellus undulatus) ist die einzige in der Schweiz vorkommende Art der weltweit zwei Arten umfassenden Gattung Pseudocraterellus aus der Familie der Leistlingsartigen (Cantharellaceae). Von der ähnlichen Gattung Craterellus unterscheidet sich die Gattung Pseudocraterellus mikroskopisch durch die kurzgliedrige Hyphen ohne Schnallen mit zahlreichen Septen, während Craterellus Hyphen mit Schnallen besitzt.

Aussenseiter

Als Aussenseiter sind zwei gallertfleischige Arten mit aufgeführt. Der Rote Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides) gehört eigentlich nicht hierher. Weil er recht häufig und auffällig ist und die glatte Fruchtschicht im Alter sogar etwas aderig werden kann, findet er dennoch hier seinen Platz. Wie der Name verrät, ist sein Fleisch gallertig, relativ fest, fast mit Gummibärchen-Konsistenz.

Von den nicht-gallertigen Arten sind Eierschwamm und Schweinsohr fleischig bis dickfleischig. Alle andern Arten sind dünnfleischig bis häutig. Bei gelben Arten mit relativ schmalen, aber dünnen Lamellen (keine Leisten!) kann es sich auch um den falschen Eierschwamm (Hygrophoropsis aurantiaca) handeln.

Die Gruppe enthält ausgezeichnete Speisepilze. Der Eierschwamm ist wohl der bekannteste und braucht nicht besonders empfohlen zu werden. Aber auch gelbe Kraterelle, Trompetenpfifferling und Totentrompete sind nicht weniger schmackhaft. Alle genannten Pilze eignen sich für die frische Zubereitung. Totentrompeten eignen sich auch sehr gut zum Trocknen, sie entwickeln dabei ihr eigenartiges, etwas rauchiges Aroma. Eierschwämme (Cantharellus cibarius) dürfen hingegen nicht getrocknet werden, sie werden danach nicht mehr weich. In Essig eingelegt, sind sie hingegen äusserst beliebt.

Der Rote Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides) kann roh gegessen werden. Er hat kaum Geschmack, kann aber z. B. in einem Salat äusserst dekorativ wirken.

 
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