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Kräuterseitling (Pleurotus eryngii var. nebrodensis)

Der Kräuterseitling (Pleurotus eryngii) ist eine Pilzart aus der Gattung der Seitlinge (Pleurotus) in der Familie der Seitlingsartigen (Pleurotaceae).

Aussehen

Die Fruchtkörper erscheinen scheinbar auf dem Erdboden (in Wirklichkeit auf der absterbenden Wurzel der Wirtspflanze), die Fruchtkörper sind im Freiland etwa 8 cm mal 5 bis 10 cm gross, weiss oder cremeocker mit matt graubraunem, feinfilzigen Hut. Der Hutrand ist lang heruntergebogen bis eingerollt und leicht wellig. Die Lamellen sind weiss, bei zunehmender Reife gelblich bis orange verfärbt, weit am Stiel herablaufend, weich, fast entfernt stehend, am Stiel mit netzartigen Anastomosen (Querverbindungen). Der Stiel ist je nach Anwachsstelle zentral oder exzentrisch und voll. Das Fleisch ist fest, weisslich und dickfleischig. Die Fruchtkörper erscheinen einzeln bis gruppenweise, manchmal etwas büschelig. Das Sporenpulver ist weiss, die Sporen sind zylindrisch elliptisch, hyalin (farblos) mit Tropfen.

Ökologie

Im Gegensatz zu den ansonsten meist holzbewohnenden Arten der Gattung Pleurotus schmarotzt der Kräuterseitling auf den Wurzeln von Doldenblütlern, wobei drei, in Bezug auf ihre Wirtspflanze unterschiedliche Sippen unterschieden werden, die sich auch nur bedingt miteinander kreuzen lassen und in der Literatur als Varietäten geführt werden.

Es werden unterschieden:

eryngii

(Kräuterseitling im engeren Sinne): Schmarotzt auf den Wurzeln des Feld-Mannstreu Eryngium campestre. Verbreitungsgebiet dieser Form ist Süd-, Ost und Westeuropa. Die Sporen dieser Form sind 7 bis 9,5 µm mal 3,5 µm gross.

ferulae

(Fenchelseitling): Schmarotzt auf den Wurzeln des Riesenfenchel Ferula communis, Verbreitungsgebiet der Form ist Südeuropa und Nordafrika. Die Sporen dieser Form sind 14 µm × 7 µm gross.

nebrodensis

Schmarotzt auf den Wurzeln des Laserkrautes (Laserpitum latifolium, Laserfolium siler), Verbreitungsgebiet Westalpen, Trentino, Sizilien, Atlas, Sporengrösse 10 bis 14 µm mal 5 bis 6 µm. Breitenbach & Kränzlin geben diese Form für die Schweiz an.

Kultur

Der Kräuterseitling ist nicht obligat parasitisch und kann auf künstlichen Substraten zur Fruktifikation gebracht werden. Er wird seit einiger Zeit verstärkt als Marktpilz und auf Substrat zur Kultivierung angeboten. Die Kultur gilt als etwas schwieriger als die des Austernseitlings. Der Kräuterseitling zeichnet sich durch ein zartes Aroma aus. Das Fleisch hat eine steinpilzartige Konsistenz.

 
/home/www/web252/html/pilzwiki/data/pages/pilzlexikon/kat_essbar/kraeuterseitling.txt · Zuletzt geändert: 2014/07/04 13:49 (Externe Bearbeitung)     Nach oben