Page Actions
Wiki Actions
User Actions
Submit This Story

Pfifferling (Cantharellus cibarius)

Der Pfifferling oder Eierschwamm (Cantharellus cibarius) ist ein Pilz aus der Gattung der Leistlinge (Cantharellus).

Merkmale

Die charakteristischen Merkmale des Pfifferlings sind der dotter- bis goldgelbe, erst runde (knopfförmige) und dann leicht trichterförmige Hut und der gleichfarbige sich nach unten verjüngende Stiel, der allmählich in den Hut übergeht. Die Hutunterseite ist mit mehr oder weniger breiten, teils gegabelten und anastomosierenden (miteinander verbundenen) Leisten bedeckt, die allmählich in den Stiel auslaufen. Das Fleisch ist weiss bis blassgelb. Frische Exemplare des Pfifferlings riechen fruchtartig (nach Aprikosen). Der Pfifferling ist sehr variabel, weltweit werden bis zu 18 verschiedene Varietäten geführt. Eine Form mit zumindest anfangs weissem Hut und gelber Hutunterseite wird als var, bicolor bezeichnet.

Zwei Varietäten sind:

Amethyst-Pfifferling

Der Amethyst-Pfifferling (Cantharellus cibarius var. amethysteus) unterscheidet sich vom gewöhnlichen Pfifferling makroskopisch durch violette Schüppchen am Hut und violette Nuancen am Hutrand. Der Amethyst-Pfifferling ist ein kalkfliehender Pilz und kommt daher an flachgründigen Stellen in sauren Buchen-, Fichten-, Tannen- und Fichtenwäldern auf frischen, basen- und nährstoffarmen Böden vor.

Blasser oder Weizenpfifferling

Der Blasse Pfifferling (Cantharellus cibarius var. pallidus) ist etwas grösser als der gewöhnliche Pfifferling, jedoch nur in jungem Zustand durch die anfangs weisse oder schwach rötlich-weisse Hutoberseite und weisse Falten des Hymenophors. Die Varietät kommt unter Buchen und Eichen auf basenreichen Böden, mässig trockenen Böden vor.

Lebensweise

Der Pfifferling ist ein Mykorrhizapilz, der mit diversen Nadel- und Laubbäumen Symbiosen eingehen kann. In Mitteleuropa ist der bevorzugte Symbiont die Gemeine Fichte, gefolgt von der Rotbuche, ausserdem kommt er vergesellschaftet mit Eichen, Kiefern, und Tannen vor. Der Pfifferling besiedelt diverse Waldtypen auf mässig trockenen, basen- und nährstoffarmen Böden, in Kalkgebieten werden nur oberflächlich versauerte Böden besiedelt. Er wächst oft sehr gesellig in Jungpflanzungen und an mehr oder weniger offen, nur schütter von Gräsern, Stauden und Moosen bewachsenen Stellen. Die Fruchtkörper des Pfifferlings erscheinen von Juni bis November.

Verbreitung

Der Pfifferling kommt in Australien, Südamerika, Nordasien, Nordamerika und Europa vor. In Europa ist der Pfifferling weit verbreitet.

Bedeutung

Der Pfifferling ist bereits seit dem Altertum ein beliebter Speisepilz, er wird in grossen Mengen gehandelt, in Europa angebotene Pfifferlinge kommen meist aus ostmitteleuropäischen, baltischen und osteuropäischen Ländern.

Gefährdung

Der Pfifferling war früher ein sehr häufiger Pilz, zeigt aber seit einiger Zeit (etwa Beginn der siebziger Jahre) erhebliche Rückgangstendenzen. Als Ursachen für den Rückgang der Art wird Luftverschmutzung vermutet. Pfifferlingsmyzel reagiert sehr empfindlich auf Schwefelige Säure, und Ozon hemmt die Sporenbildung. Weitere Gefährdungsfaktoren sind Stickstoffeinträge, langjähriger Niederschlagsmangel, Grundwasserabsenkungen, forstliche Eingriffe und Bodenverdichtung durch Forstmaschinen und in viel betretenen Waldgebieten.

Ähnliche Arten

Verwechslungen sind prinzipiell möglich mit anderen Arten der Gattung Leistlinge, dem Falschen Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca), sowie dem sehr seltenen Ölbaumpilz (Omphalotus olearius).

 
/home/www/web252/html/pilzwiki/data/pages/pilzlexikon/kat_essbar/pfifferling.txt · Zuletzt geändert: 2014/07/04 13:49 (Externe Bearbeitung)     Nach oben