Karbolegerling (Agaricus xanthoderma)

Der Karbolegerling (Agaricus xanthoderma), auch Giftegerling oder Karbolchampignon genannt, ist ein Giftpilz, der essbaren Champignons sehr ähnlich sieht. Er kommt zudem im selben Terrain vor wie der Wiesenchampignon. Er riecht unangenehm nach Karbol. Vergiftungen durch den Karbolegerling führen zu heftigem Erbrechen, in schweren Fällen auch zu Schwindel und Sehstörungen. Dort, wo der Pilz häufig ist, z. B. im Rheintal, sind Vergiftungen mit dem Karbolegerling die häufigste Ursache von Pilzvergiftungen. Als Gifte bisher gefunden wurden Phenol sowie Diazo- und Hydrazin-Verbindungen (z. B. Aparikon, Xanthodermin, Hydroxy-Benzol-Diazonium Ion).

Die Farbe der Lamellen variiert stark; junge Karbolegerlinge haben fleischfarbene oder rosa Lamellen. Im Alter färben sich die Lamellen durch die reifenden Sporen immer stärker braun, zuletzt schokoladenbraun.

Unterscheidungsmerkmale

Von essbaren Champignons wie dem Wiesenchampignon oder dem Schafchampignon unterscheidet sich der Karbolegerling am sichersten, wenn man das knollige Ende des Stiels durchschneidet. Findet man dort eine chromgelbliche Zone, so darf der Pilz nicht gegessen werden. Anfänger, die Champignons suchen, sollten daher immer den Stiel komplett aus dem Myzel drehen, um das Ende durchschneiden und den Farbtest machen zu können

Der widerliche Karbolgeruch, der ein wenig an Lösungsmittel erinnert, entfaltet sich insbesondere, wenn an den Lamellen des Pilzes gerieben wird.

Abgesehen von der knolligen Stielbasis ist die etwas kantige Hutform in der Jugend charakteristisch. Je älter der Pilz wird, desto stärker flacht sich der Hut ab.

 
/home/www/web252/html/pilzwiki/data/pages/pilzlexikon/kat_giftig/karbolchampignon.txt · Zuletzt geändert: 2014/07/04 13:49 (Externe Bearbeitung)     Nach oben