Tigerritterling (Tricholoma pardinum)

Der Tigerritterling (Tricholoma pardinum, syn. T. tigrinum, T. pardalotum) ist ein Giftpilz aus der Ordnung der Blätterpilze (Agaricales).

Merkmale

Der Hut erreicht 5 bis 12 cm Durchmesser, die Huthaut ist grau bis graubraun, grob silber- bis dunkelgrau geschuppt (getigert). Der Rand ist in jungem Zustand eingerollt. Die relativ breiten Lamellen sind schmutzig weisslich, stehen gedrängt und sind ausgebuchtet angewachsen. Besonders bei jungen Fruchtkörpern sind sie oft mit Wassertröpfchen besetzt (tränend). Der weissliche Stiel wird 12 cm lang, ist kompakt und am Grund wird er rostfleckig. Seine Form ist knollig bis keulenartig. Die Stielspitze ist mit Tröpfchen besetzt. Das derbe Fleisch ist fest, voll und weist einen starken Mehlgeruch auf. Die oval geformten und glatten Sporen des Tigerritterlings sind farblos und durchscheinend. Sie messen 8-10 x 6-7 µm. Das Sporenpulver ist weiss.

Verwechslungsmöglichkeiten des Tigerritterlings mit Speisepilzen bestehen unter anderem gegenüber Schwarzfaserigem Ritterling (u. a. keine schuppige Huthaut), Gilbendem Erdritterling (u. a. gelbgefleckte Blätter) und Erdritterling (u. a. kein Mehlgeruch).

Toxikologie

Der Tigerritterling verursacht bei oraler Aufnahme das sogenannte Gastrointestinale Syndrom, welches sich vor allem durch Auswirkungen auf das Verdauungssystem auszeichnet. Zwar fehlt bisher der chemische Nachweis eines bestimmten Giftstoffs, die giftige Wirkung ist jedoch unbestritten. Die Aufnahme kann zu starken Beschwerden mit Brechdurchfällen führen, hinterlässt jedoch kaum Spuren. Der Tod durch Kreislaufversagen und übermässigen Wasserverlust kann jedoch grundsätzlich nicht als Folge der Vergiftung ausgeschlossen werden.

Ökologie

Der Tigerritterling ist ein Mykorrhiza-Pilz verschiedener Laub- und Nadelbäume, in erster Linie von Rotbuche, Weisstanne und Fichte. Das Myzel wächst in der Erde. Die Fruchtkörper kommen von August bis Oktober zum Vorschein und bilden durchaus Hexenringe. Der Tigerritterling kommt in ganz Europa vor. Er lebt nur in kalkhaltigem Boden, weshalb er nur zerstreut häufiger anzutreffen ist. Allgemein ist der Pilz selten.

 
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